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Wie der nordelbische Pastor Bernd Lohse eine alte Tradition erneuern will - Touren durch die Hansestadt geplant Es hatte Hape Kerkelings gar nicht bedurft. So sehr Pastor Bernd Lohse (50) dessen Buch "Ich bin dann mal weg" schätzt - sein Interesse am Pilgern begann mit einem Krimi, den er auch noch selbst geschrieben hat. Am kommenden Sonnabend erhält Lohse sogar himmlischen Segen für seine geistliche Leidenschaft: In einem Festgottesdienst in der Hauptkirche St. Jacobi wird der Seelsorger, Krimiautor und Journalist als erster evangelischer Pilgerpastor Norddeutschlands von Hauptpastorin und Pröpstin Kirsten Fehrs in sein neues Amt eingeführt. Die Wahl der Hauptkirche St. Jacobi ist natürlich kein Zufall. Denn seit dem zwölften Jahrhundert gilt das Gotteshaus an der Steinstraße als Anlaufstelle für die Pilger auf der Via Baltica, dem aus Skandinavien ins galicische Santiago de Compostela führenden Jakobsweg. "Hamburg war damals ein Knotenpunkt für Pilger. Die Wege führten etwa ins norwegische Trondheim. Und sie führten auf dem Jakobsweg durch die Lüneburger Heide bis nach Santiago de Compostela", sagt der Barmbeker Pastor, der früher als Journalist für die "Bergedorfer Zeitung" gearbeitet hat. Die alte Pilgertradition will Lohse in Hamburg und der nordelbischen Kirche erneuern und damit einen gesellschaftlichen und kirchlichen Trend fördern, den er seit gut zehn Jahren beobachtet. Pilgern ist "in" - nicht nur traditionell in der katholischen, sondern zunehmend in der evangelischen Kirche. Pilgern sei Bestandteil einer geistlichen Suchbewegung, zu der Yoga, Meditation, Exerzitien genauso gehören wie klösterliches Leben auf Zeit. Auch Hamburg als Metropole im Norden spielt dabei eine Rolle. "Damals wie heute gilt Hamburg als Tor zur Welt. Tausende von Menschen queren unsere Stadt. An diesem vielleicht europäischsten Ort in Deutschland möchte ich das geistige Unterwegssein der modernen Pilger begleiten", sagt Lohse. "Im Rahmen des Ausbaus zahlreicher europäischer Pilgerwege verstehen wir uns als Knotenpunkt zwischen nordischen Wegen und solchen auf dem europäischen Festland", betont Lohse. Zunächst will Norddeutschlands erster evangelischer Pilgerpastor Pilgertouren durch die Hansestadt anbieten. Die Tageswanderungen führen etwa von der Alsterquelle über den Leinpfad bis zur St. Jacobikirche. Am Pfingstmontag geht es per pedes von St. Jacobi bis nach Wedel. Mehr noch: Neben abendlichen Stadtspaziergängen zum Thema Pilgern, Vorträgen, der Gründung eines Netzwerkes und Gruppenreisen soll es regelmäßig ein "Pilger-Café" geben. Start ist der 10. Februar mit einer Filmvorführung. Der erste Höhepunkt wird der Festgottesdienst am Sonnabend sein. Im Anschluss an den Gottesdienst, der um zehn Uhr beginnt, veranstaltet die Stiftung "Via Jacobi" eine Pilgermesse. "Wir wollen Interessierte und Anbieter zusammenbringen", sagt Bernd Lohse. Im Südschiff werden mehr als zehn Stände aufgebaut, die rund um das Thema Pilgern informieren. Ein Konzert mit dem Titel "Impressions of a Pilgrimage" beschließt um 18 Uhr den Pilgertag in St. Jacobi. Mit Lohses Amtseinführung kann jeder Pilger übrigens einen offiziellen Stempel und einen Pilgerpass im Kirchenbüro bekommen. Kirche im Netz: www.jacobus.de so: www.welt.de
27.01.2009, 08:47 von PW |
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