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Ein zweiter Jakobsweg für Westfalen

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Dortmund (RPO). Einen zweiten Jakobspilgerweg nach historischem Vorbild soll es ab Frühjahr 2010 in Westfalen geben. Wissenschaftler erforschen zurzeit eine 200 Kilometer lange Strecke von Höxter über Paderborn, Soest und Dortmund nach Bochum. Das teilte der Direktor des Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), Wolfgang Kirsch, in Dortmund mit.

Die Trasse auf dem "alten Hellweg" werde jetzt den Gemeinden vor Ort vorgestellt und in den kommenden anderthalb Jahren mit der charakteristischen Jakobsmuschel ausgeschildert. Die Kosten gab Kirsch mit rund 300.000 Euro an, die vom LWL getragen werden. Im April war bereits ein erster Pilgerweg von Osnabrück über Münster, Dortmund und Wuppertal eröffnet worden.

Die Trasse sei weitgehend an Wegführungen angelehnt, die Pilger früherer Jahrhunderte nahmen, erläuterte Projektleiterin Ulrike Spichal. "Wir haben Reste von Hohlwegen gefunden, die sich durch die schweren Fuhrwerke ins Gelände eingegraben hatten." Daneben seien Ausgrabungsfunde und die Wachtürme an den Landwehrdurchlässen wie etwa in Paderborn und Erwitte Zeugnisse der alten Trasse.

Dass tatsächlich christliche Pilger auf ihrem Weg zum vermuteten Grab des Apostels Jakobus im spanischen Santiago de Compostela hier gegangen seien, wisse man aus archäologischen Funden. Neben Jakobsmuscheln hätten Forscher Zeichen anderer Wallfahrtsorte auf der Strecke sowie Gräber von Pilgern entdeckt.

Pilgerroute vo Bochum bis nach Aachen

Von Bochum aus wird laut Kirsch die Pilgerroute vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) über Essen, Düsseldorf und Neuss nach Aachen weitergeführt. Der LWL-Direktor kündigte auch einen Wanderführer für die Ost-West-Verbindung an. In ihm würden der historische Weg und die Sehenswürdigkeiten, die an ihm liegen, beschrieben. In den kommenden Jahren sollen weitere Strecken von Minden über Herford und Bielefeld nach Lippstadt sowie von Warendorf über Münster und Coesfeld an den Niederrhein ausgearbeitet werden.

Das europäische Wegenetz, das Jakobspilger seit dem neunten Jahrhundert begingen, führt vom Baltikum bis nach Nordspanien. Das Pilgerbüro der Kathedrale in Santiago des Compostela registrierte 2007 rund 114.000 Wallfahrer und damit einen neuen Rekord für ein Jahr, das nicht als "Jakobus-Jahr" gefeiert wird. Das waren 13,6 Prozent oder knapp 14.000 mehr als 2006. Jeder achte Pilger kam aus Deutschland.

02.12.2008, 08:59 von PW | 1467 Aufrufe
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